Männerchor Vahlhausen

Von der Gründung bis zur Gegenwart

Ein 1919 in Vahlhausen gestarteter Versuch, einen Männerchor zu begründen, blieb ohne Erfolg. 1923 aber konnte Wilhelm Kerkmann mehrere sangesfreudige Männer mit dem gemeinsamen Ziel, einen erneuten Versuch zur Begründung eines Männergesangvereins zu unternehmen, gewinnen. Das Bemühen gelang; in der Schule zu Vahlhausen hob man einen Gesangverein aus der Taufe. Der an der Vahlhauser Schule tätige Oberlehrer Hermann Köster stellte sich als erster Chorleiter zur Verfügung. Wilhelm Kerkmann übernahm den Vorsitz des neuen Vereins. Man einigte sich auf den Namen "Männergesangverein Vahlhausen". Dem Lippischen Sängerbund konnten 20 Sänger gemeldet werden.
In der ersten "Generalversammlung" am 24.03.1924 verabschiedete man die erste Satzung. Der Vorsitzende konnte 34 Vereinsmitglieder (26 aktive und 8 passive) begrüßen. Spenden ermöglichten den Ankauf zunächst eines gebrauchten Klaviers wie auch die Beschaffung erster Chorliteratur.
Geübt wurde anfangs in der Schule in Vahlhausen. Größere Feste veranstaltete man unter freiem Himmel, in Zelten und später in den Gastwirtschaften Mosebeck oder "Zum Leistruper Wald" in Diestelbruch. Belastet war das Vereinsleben in den Gründungsjahren und danach aber dadurch, dass viele Sänger die längste Zeit des Jahres in der Fremde dem Broterwerb nachgehen mussten.
Lehrer Köster blieb musikalischer Leiter bis Juli 1938, um den Dirigentenstab an Willi Tiemann abzugeben. Köster ernannte man zum Ehrenchorleiter.
Bedingt durch die Einberufung vieler Sänger musste der Chorbetrieb im Kriegsjahr 1940 eingestellt werden. 1947 kann er wieder aufgenommen werden. Den 25 Sängern stellt sich wieder Willi Tiemann aus Diestelbruch als Chorleiter zur Verfügung. Fortan war der Gasthof "Zur Erholung" in Vahlhausen Übungs- wie Veranstaltungsstätte.

Als Tiemann im August 1948 die Stabführung abgab, ermöglichte Köster kurzzeitig die Fortsetzung der Proben, bis man im Januar 1949 einen Herrn Gärtner verpflichten konnte. Er blieb für zwei Jahre musikalischer Leiter, wie dann auch dessen Nachfolger, Herr Heinemann. Durch den Zugang jüngerer Sänger, vor allem aber durch die Verpflichtung des Chorleiters Fritz Preuß im Januar 1953, nimmt der Chor einen bemerkenswerten Aufschwung. Erster Höhepunkt war die Fahnenweihe im September 1954. Unvergesslich bleiben die Sängerfahrten und Konzerte mit dem über lange Jahre freundschaftlich verbundenen Chor "MGV Rheingold" Hamborn.
Fritz Preuß verstarb im April 1971. Schon im Mai dieses Jahres konnte der Dozent an der Musikakademie Detmold, Arno Radke, als musikalischer Leiter gewonnen werden. Mit 42 aktiven und 33 fördernden Mitgliedern wurde 1973 im Ort das 50-jährige Vereinsjubiläum über 3 Tage festlich begangen.

Festwiesenszene in "Die Meistersinger" mit dem MC Vahlhausen

Engagierte Vorstandsarbeit und der Leistungswillen aller Sänger führte fortan zu steter musikalischer wie auch vereinspolitischer Fortentwicklung. Sie dokumentierte sich u.a. dadurch, dass das Landestheater Detmold die Vahlhauser Sänger in der Spielzeit 1975/76 als Zusatzchor für die Wagner-Oper "Die Meistersinger" engagierte. Die Lippische Landeszeitung stellte den Chor in einem umfangreichen Portrait vor. Radke leitete den Chor bis Juni 1976.

Mitglieder des Männerchores vor dem Auftritt in "Die Meistersinger"

Für drei Jahre übernahm dann Siegfried Kluckhöfer die Stabführung. Über die Grenzen Vahlhausens hinaus wurde der "Familienabend", eine alljährliche Veranstaltung mit karnevalistischem Einschlag im Vereinslokal, bekannt. Seit 1979 obliegt die musikalische Leitung Dr. Werner Czesla, Professor an der Musikhochschule Detmold.
Die Mitgliederversammlung beschloß die Umbenennung des Vereins in "Männerchor Vahlhausen". Der Eintrag ins Vereinsregister erfolgte 1981.
Mit dem derzeitigen Chorleiter bewältigen die Sänger mittlerweile auch anspruchsvolle Chorliteratur für Laienchöre.
Weitere Meilensteine waren 1985 die Einladung durch den WDR zur Mitgestaltung der Sendung "Guten Morgen aus Bielefeld" und 1989 die Darbietung der "Deutschen Messe" von Schubert in der Kathedrale zu Hasselt/Belgien. Mit dem St. Martenkoor Stevoort/Hasselt bestanden über Jahre freundschaftliche Verbindungen, in deren Rahmen der Männerchor auch im Kulturzentrum Hasselt auftrat.

Unvergessen sind die Begegnungen der Chöre in der "Verbrüderungshalle" in Stevoort. 1991 wirkte der MC Vahlhausen im Rahmen des Mozart-Jahres in den Freimaurerkonzerten in der Musikhochschule Detmold und der Konzerthalle Bad Salzuflen mit.
Die Teilnahme am Chörewettstreit des Lippischen Sängerbundes in Verbindung mit den lippischen Sparkassen führte zur Qualifikation für das Abschlusskonzert in der Musikhochschule. 1994 freuten sich die Sänger über die Einladung durch den Guttempler-Orden zum Festkonzert in der Burgscheune Horn. Die Reise nach Prag 1995 mit dem Auftritt in der St.-Jahr-Kirche bleibt gern in Erinnerung.

Die 1985 in Stevoort in einer kleinen Feierstunde gepflanzte lippische Eiche hat sich mitlerweile zu einem prächtigen Bäumchen entwickelt.

Mit der "flämischen Nationalhymne" gestaltet der Vahlhauser Chor die Feier anlässlich der 20-jährigen Städtepartnerschaft Detmold-Hasselt im Landestheater Detmold mit. Seit 1992 ist der Chor der "Liedertafel" Wilster in Schleswig-Holstein freundschaftlich verbunden. Auftritte im dortigen Kolosseum 1992, und in der St.-Bartholomäus-Kirche 1996 und 2001 waren Höhepunkte der Sängerfahrten in den Norden.
Unvergessen bleibt auch die gemeinsame Reise mit dem MGV Cappel im Jahr 2000 nach Ruhpolding. Im Kurpark gaben beide Chöre ein Kurkonzert, anschließend sangen sie gemeinsam in der St.-Georgs-Kirche zur Abendmesse.
Im Februar 2003 veranstaltete der Chor mit dem Gemischten Chor "Concordia" Diestelbruch und Solisten ein Benefizkonzert in der Vahlhauser Kirche. Der Erlös des vielbeachteten Konzerts war für die Klinik Kpalba im Norden Ghanas bestimmt.

Seit 1973 findet das alljährliche "Konzert im Advent" in der heimischen Kirche überörtlichen Anklang. Andere Musikgruppen, Künstler vom Landestheater Detmold oder anderer Bühnen, sowie Studierende von der Musikhochschule Detmold bereichern regelmäßig diese Veranstaltung und geben ihr einen würdigen vorweihnachtlichen Rahmen in Vahlhausen. Darüber hinaus runden eigene Veranstaltungen wie Konzerte, Singen in Seniorenheimen, Weihnachtsfeiern, Kaffeenachmittage, Bunte Abende und Mitgestaltung von Gottesdiensten die Palette des Chores ab.

Konzert im Advent 2003 Beim 30. Konzert im Advent wirkten mit: Melanie Loll (Sopran), Bruno Gebauer (Tenor), Ulrich Zippelius (Klavier), Bärbel Austermann (Orgel), Helmut Zalberg (Moderation und Erzählung).Tenor Bruno Gebauer wurde mit der silbernen Vereinsnadel geehrt.

Am 24.05.2003 wurde das 80-jährige Jubiläum des MC mit einem Jubiläumskonzert in Diestelbruch begangen. Mit einem Frühschoppen zusammen mit der Wilster Liedertafel, der Chorgemeinschaft Brüntrup, den "Lockvögeln" aus Cappel und den Jagdhornbläsern des Hegeringes klang das Jubiläum aus.

Im Jahre 2004 wurde das 25jährige Chorleiterjubiläum von Prof. Dr. Werner Czesla in der Kirche in Vahlhausen mit einem Konzert feierlich begangen.

Zum beliebten Frühlingskonzert im Mai 2005 in Gasthaus "Zum Leistruper Wald" waren die Ehrendamen, die vor 50 Jahren an der Fahnenweihe und dem Umzug von Vahlhausen nach Mosebeck teilgenommen hatten, eingeladen. 18 Frauen waren der Einladung gefolgt. Vom 1. bis 3. Oktober 2005 unternahm man zusammen mit der "Liedertafel" Wilster eine gemeinsame Chorreise nach Schwerin und Lüneburg.

Im Jahr 2006 wurde eine neue Chorkleidung angeschafft. Beim Konzert am 2. Advent trat der Chor zum ersten Mal im neuen Outfit auf und der Shantychor nahm zum ersten Mal teil.

Im September 2007 war man wieder Gast in Wilster und nahm am Elbechorfest teil. Vorsitzender Werner Kroos verlieh den ersten „Vahlhauser Pfahl“ an Karl Paulsen, den Vorsitzenden der Wilster Liedertafel.

Ein Festkonzert zum 85jährigen Bestehen wurde im April 2008 veranstaltet. Im Mai wurde in Vahlhausen auf Topps Hof gefeiert. In Anwesenheit von Bürgermeister Heller wurde der 2. "Vahlhauser Pfahl" an Bärbel Hesse verliehen.

Das 30jährige Chorleiterjubiläum von Prof. Dr. Werner Czesla wurde am 3. April 2009 feierlich begangen. Mitte April hatten wir unsere Freunde von der "Wilster Liedertafel" eingeladen. Sie wirkten beim Frühlingskonzert in Diestelbruch mit. Nach dem Konzert erhielt Prof. Dr. Werner Czesla den 3. "Vahlhauser Pfahl".

Auf der gut besuchten Jahreshauptversammlung 2010 wurde unser passives Mitglied Anja Hesse-Stockebrand als kommissarische Kassenführerin gewählt, da unser 1. Kassierer Rainer Klameth aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung stand. Auf zwei außerordentlichen Mitgliederversammlungen wurden daraufhin Satzungsänderungen beschlossen, die es ermöglichen, dass auch passive Mitglieder in den Vorstand gewählt werden können.
Am 17.05.2010 dankte man in einer Feierstunde in der Kirche unserem Chorleiter Prof. Dr. Werner Czesla und erinnerte sich bei Grillen und Unterhaltung in froher Runde an viele Ereignisse der vergangenen 31 Jahre. Gemeinsam mit Tenor Bruno Gebauer brachte man ihm ein Ständchen. Als Geschenk des Chores erhielt er einen Segelflug über die lippische Heimat, der am 30.10.2010 bei sonnigem Wetter eingelöst wurde. Das Frühlingskonzert fand zum letzten Mal unter der Leitung von W. Czesla statt. Als Anerkennung für seinen langjährigen Einsatz für den Verein wurde Gerhard Holtmann mit dem 4. "Vahlhauser Pfahl" geehrt.
Unser neuer Chorleiter Eckhard Althoff nahm seine Tätigkeit am 14.06.2010 auf.
Der Himmelfahrtstag begann im Dorfkeller mit einem gemeinsamen Frühstück und nach einer Wanderung beendete ein froher Abschluss am Grill den Tag. Bei tropischen Temperaturen wurde der Kaffeenachmittag im Dorfgemeinschaftsraum mit musikalischen Gästen aus Großenmarpe-Erdbruch, Martha und Walter von der plattdeutschen Gruppe des HGV und dem Shantychor gefeiert.
Nach dem überaschenden Tod von Walter Tiedemann leitet nun Kurt Westerwelle den Shantychor.
Beim "Konzert im Advent" am 2. Advent in der Kirche wirkten neben dem Männerchor Sabine Althoff (Sopran), Anne Jungbluth (Violine), Eckhard Deppe und Prof. Dr. Werner Czesla (Klavier) und Barbara Austermann (Orgel) mit. Hedwig Obermeier übernahm wie im Vorjahr die Moderation.